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Alone together. Figuren der Einsamkeit zwischen Pathologie und Euphorie

Wintersemester 2026/27

Die Einsamkeit als unfreiwillige Form des Alleinseins zählt zu den großen Beunruhigungsfaktoren westlicher Industriegesellschaften. Nicht zuletzt die Erfahrungen der Pandemie haben die gesellschaftlichen Folgen sozialer Isolation sichtbar gemacht und ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Einsamkeit wird heute zunehmend als »Einsamkeitsbelastung« statistisch erfasst, als Symptom von »lost communities« diagnostiziert und als gesellschaftliches Risiko politisch adressiert. Gegenmaßnahmen reichen von sozialmedizinischen Präventionsprogrammen, nationalen Strategiepapieren bis zur Einrichtung eigener politischer Ämter. Die Allgegenwart der Einsamkeitsdiagnose bildet den Ausgangspunkt der Mosse Lectures im Wintersemester 2026/27.

Jenseits einer rein pathologischen Perspektive soll es um die grundsätzliche Ambivalenz von Einsamkeitserfahrungen gehen, wie sie bereits in der begrifflichen Differenzierung zwischen »Loneliness« und »Solitude« zum Ausdruck kommt. Figuren der Einsamkeit wurden und werden seit je in Philosophie, Literatur, Musik und bildender Kunst entworfen, wobei sie nicht nur als Ausdruck sozialer Isolation, sondern ebenso als Voraussetzung ästhetischer Erfahrung, existenzieller Selbstbefragung und individueller Freiheit in Erscheinung treten. Die Stichwortgeber:innen einer programmatischen, bisweilen euphorisch aufgeladenen Einsamkeit in der Moderne verbanden im 19. Jahrhundert den Rückzug in die Natur mit Projekten des Nature Writing

Die Mosse Lectures erkunden die Vitalität dieser Tradition in Literatur, Film und Populärkultur der Gegenwart und fragen insbesondere nach dem Verhältnis von »Eleanor Rigby« und »Lonesome Hero«, nach weiblichen, männlichen und queeren Figuren der Einsamkeit zwischen Isolation und Selbstbestimmung sowie nach den geschlechtsspezifischen, kulturellen und politischen Codierungen des Alleinseins.

Ergänzt wird die Vortragsreihe durch ein filmisches Begleitprogramm, das in Kooperation mit dem Zeughauskino am Deutschen Historischen Museum in Berlin an sechs Abenden im Januar und Februar 2027 zu sehen sein wird.

HINWEIS: Die Mosse Lectures finden im Senatssaal der Humboldt-Universität [Unter den Linden 6] statt. Der Raum ist barrierefrei zugänglich.


Höhepunkte

Publikationen

Die MOSSE LECTURES an der Humboldt-Universität zu Berlin sind eine Veranstaltungsreihe der:

MOSSE FOUNDATION