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Samstag, 25. Juni 2016 seit 1997 Sommersemester 2016
FOTOS: Kathrin Röggla "Zukunft als literarische Ressource"+++ Viktor Mayer - Schönberger +++ Bruno Latour +++ Stefan Maul +++

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Mosse-Lectures im Sommersemester 2016

zum Thema

"Zukunftswissen. Vom Orakel zur Prognostik"

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Nächster Vortrag

  • Joseph Vogl

    (Princeton / HU Berlin)
    »Das seltsame Überleben der Theodizee in der Ökonomie«
    Donnerstag, 07.07.2016, 19 Uhr c.t.
    Unter den Linden 6, Senatssaal
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Zukunftswissen

Vom Orakel zur Prognostik

 

Wenn Zukunft nicht mehr gleichbedeutend ist mit dem Weltgericht oder der Zeitspanne bis zu seinem Eintreffen, so ändert sich der Blick auf Kommendes entscheidend. Zukunft kann nur mehr als „leerer zeitlicher Raum“ (Koselleck) entworfen werden, was eine große Zahl von Institutionen und Praktiken auf den Plan ruft, die mit ihren wissenschaftlichen Modellen in Aussicht stellen, das Ungewisse möglicher Ereignisse und Entwicklungen in Planbarkeiten zu überführen: die demographische Entwicklung, den Klimawandel, die Energieversorgung, die Abschätzung von technischen und geopolitischen Folgeerscheinungen, nicht zuletzt die Ökonomie an der Börse. Die Vorhersage möglicher Zukünfte entsteht aus einer sich ständig verändernden und oft als bedrohlich empfundenen Gegenwart. Zukunft haben wir nur in ihren sozialen und gesellschaftlichen Konstrukten. Schon das divinatorische Wissen der Alten Welt mit seinen Orakelsprüchen hat niemals behauptet, eine zukünftige Wirklichkeit „wirklich zu sehen“, wohl aber das Sichtbare, Erkennbare und Plausible zur Perspektivierung von Macht und Moral benannt und beurteilt. Zukunftswissen ist Orientierungswissen. Das gilt bis heute für jederlei ‚Politikberatung‘. In den Mosse-Lectures soll das in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, in den Künsten und Religionen erforschte und imaginierte Zukunftswissen, auch das einzugestehende Nicht-Wissen, verhandelt werden: seine Herkunft, Geltung, Legitimierung und sein Einfluss: von der Wahrsagekunst im Alten Orient bis zu Big Data. Welches Selbstverständnis einer Gesellschaft zeigt sich in ihren Bezugnahmen auf die Zukunft? Welche rhetorischen, technischen und medialen Mittel zur Modellierung und Inszenierung von Zukunftswissen sind zu beobachten und zu analysieren? Welche kollektiven Wünsche und Ängste prägen seit der klassischen Apokalypse die Vorstellungen des ultimativ Zukünftigen?

Die MOSSE-LECTURES an der Humboldt-Universität zu Berlin sind eine Veranstaltungsreihe der:

Mosse Foundation New York

Fritz Thyssen Stiftung

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Publikationen

Europa in anderen Kulturen.

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Sebastian Conrad, Dan Diner, Wang Hui, Andreas Huyssen, William Kentridge, Jürgen Osterhammel, Gayatri Chakravorty Spivak, Elisabeth Wagner und Georg Witte.

Staatsbürgerschaft. Berlin, 2012

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Étienne Balibar, Norbert Lammert, Philip D. Murphy, Dieter Gosewinkel, Ayelet Shachar, Samantha Besson, Aaron Ezrahi, Moshe Zimmermann, Anja Streiter, Guillermo Kuitca, kommentiert von Elisabeth Wagner.

Korruption. Berlin, 2011

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit einer künstlerischen Recherche von Maria Eichhorn und mit Beiträgen von Stephan A. Jansen, Herfried Münkler, Ivan Krastev, Susan Rose-Ackerman, Johann Graf Lambsdorff, Gunter Gebauer, Ines Geipel und Wolfgang Schild.

VerWertungen von Vergangenheit. Berlin, 2009

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Elena Esposito, Harun Farocki, Andreas Huyssen, Anselm Kiefer, Christoph Ransmayr, Wendelin Schmidt-Dengler (†) und Elisabeth Wagner.

Odyssen. Berlin, 2008

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit Beiträgen von: Walter Burkert, Piero Boitani, Klaus Reichert, Friedrich Kittler, Elisabeth Wagner und Burkhardt Wolf.

Kontinent Kafka. Berlin, 2005

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Weitere Beiträge von: Walter H. Sokel, Elizabeth Boa, Gerhard Neumann, Detlef Kremer, Joseph Vogl, Klaus R. Scherpe, Benno Wagner, Elisabeth Wagner und Burkhardt Wolf

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