Programm im Sommersemester 2012 |
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StaatsbürgerschaftRechtliche, soziale, kulturelle und politische GrenzwerteWie lassen sich die Werte einer demokratischen und säkularen Staatsbürgerschaft – die Versprechen von Citizenship und Citoyenneté der einstmals revolutionär-demokratischen Nationen – unter den heutigen Bedingungen von Globalisierung, Migration und kultureller Differenz behaupten? Oft bleiben in den aktuellen Debatten die Verunsicherungen und Ängste verborgen, mit denen die national verbürgte Staatsbürgerschaft gegen die soziale Dynamik einer weltweiten Migration und die Herausforderungen von kulturellen und ethnischen Minderheiten im eigenen Land verteidigt wird. Entstanden ist eine Grauzone zwischen der verfassungsrechtlich verbürgten Staatsbürgerschaft und der sich über die Grenzen von staatlichen Gemeinschaften hinaus bewegenden ethnischen, religiösen, sozialen und politischen Vergesellschaftung. Ist die Staatsgewalt nicht willens oder in der Lage eine aufgebrachte Bürgergewalt zu kontrollieren – so z.B. auf dem indischen Subkontinent zur Zeit der Regierung der hinduistischen BJP, aber auch in der europäischen Staatengemeinschaft in der Auseinandersetzung mit populistischen Bewegungen – , so ist die Zivilgesellschaft und ihre rechtsstaatliche Verfassung gefährdet. Wie sollten angesichts dieser realen Existenzbedingungen Investitionen in ein staatsbürgerliches Bewusstsein beschaffen sein, das die Balance hält zwischen den rechtsstaatlichen Verbindlichkeiten von Gleichheit, Glaubensfreiheit, politischer Partizipation und kultureller Diversität einerseits und den Identitätsansprüchen einer anderen, mit der westlichen nicht konformen Welt andererseits? Wie lassen sich eine europäische Bürgerschaft und ihre Rechte, wie eine »Weltbürgerschaft« denken? |
Die MOSSE-LECTURES an der Humboldt-Universität zu Berlin sind eine Veranstaltungsreihe der:weiterlesen> |
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