view in English
Samstag, 10. Dezember 2016 seit 1997 Wintersemester 2016/2017
FOTOS: Yannis Stavrakakis "The populist scandal. Post- democratic challenges"+++ Eva Illouz +++ Jan-Werner Müller +++ Slavoj Žižek +++

Vorschau

Mosse-Lectures im Wintersemester zu "Po­pu­lis­mus und Po­li­tik. He­raus­for­de­rung­en der De­mo­kra­tie"

mit Slavoj Žižek, Eva Illouz u.a.

weiterlesen>

Nächster Vortrag

  • Kathrin Passig

    (Berlin) mit Lothar Müller (SZ)
    »Selbstgemachte Staaten: Politisches Handeln in Onlinecommunities«
    Donnerstag, 12.01.2017, 19 Uhr c.t.
    Unter den Linden 6, Senatssaal
weiterlesen>

Kontakt

So können Sie uns errreichen:

weiterlesen>

Archiv

Im Archiv werden die Programmhefte vergangener Serien aufgehoben!

weiterlesen>

Bisherige Gäste

Diese Redner waren bisher bei den Mosse-Lectures zu Gast.

weiterlesen>

Populismus und Politik

Herausforderungen der Demokratie

 

„Populismus“ ist ein politisches Phänomen, das mit der Geschichte der Demokratie eng verknüpft ist. Von der offiziellen Politik und zum Teil auch von der politischen Philosophie wird das Wort gegenwärtig als Kampfbegriff gebraucht, mit dem die „Populisten“ als illegitime Nutznießer des Volkszorns und politik-unfähige Moralisten und Opportunisten disqualifiziert werden. Gleichwohl ist der „Populismus“ angesichts von wirtschaftlichen Dauerkrisen, wachsender sozialer Ungleichheit und verworrenen globalen Konfliktlagen in Europa und in anderen Weltregionen wie Lateinamerika politisch sehr erfolgreich. Die alteingesessenen Parteien und das Regierungshandeln der „ruhigen Hand“ sehen sich mit Forderungen konfrontiert, die im Sinne einer funktionsfähigen Demokratie  durchaus legitim sind. Der Begriff „Populismus“ aus dem angloamerikanischen Sprachgebrauch, ist dort bis heute positiv besetzt: im Sinne einer gemeinschaftlichen Selbstorganisation gegen jede Art der politischen Privilegierung und des kapitalistischen Profitstrebens. Massendemokratien stehen seit jeher vor dem Dilemma, dass das Volk seine Souveränität nur in periodischen Wahlakten ausübt und das Tagesgeschäft sonst an Abgeordnete delegiert. Das bringt Regierende und Regierte in ein zwiespältiges Verhältnis und sorgt dafür, dass das „Politische“ als Quellgrund von Selbsterfahrungen und kollektiven Selbstbildern – dem „Anteil der Anteilslosen“ wie Jacques Rancière gesagt hat – von der Politik nie gänzlich monopolisiert werden kann. Populistischen Bewegungen ist, bei aller Heterogenität, gemeinsam, dass sie Fragen des Politischen aufwerfen – als Begehren auf Teilhabe oder als Forderung nach Abgrenzung –, die von der offiziellen Politik kaum gestellt werden. Während Berufspolitiker ihre Glaubwürdigkeit oft dadurch untermauern, dass sie in der Lage seien, auch „unpopuläre“ Entscheidungen durchzufechten, agieren „Populisten“, die  kein anderes Mandat haben, vor allem mit populärer Rhetorik. Das macht sie anfällig für das Abschöpfen von Ressentiments, die nicht nur am Rande der Gesellschaft, sondern auch in ihrer Mitte aufkommen: das Potential extremistischer Organisationen. Lebensfähige Demokratien beweisen sich auch dadurch, dass sie hierauf nicht nur mit Abwehrreflexen reagieren. In den Mosse-Lectures soll das Verhältnis von Demokratie und Demagogie, von Populismus und Extremismus zur Sprache kommen: Kritiken und Projekte, die politisch begründet für eine erlebnisfähige und populäre Demokratie sprechen.

Die MOSSE-LECTURES an der Humboldt-Universität zu Berlin sind eine Veranstaltungsreihe der:

Mosse Foundation New York

Fritz Thyssen Stiftung

weiterlesen>

Publikationen

Literarische Nachbarschaften. Berlin, 2016

Lothar Müller, Klaus R. Scherpe (Hrsg.)

Mit Originalbeiträgen von Brigitte Kronauer, Reinhard Jirgl, Lutz Seiler, Colm Toibin und Vladimir Sorokin, kommentiert von Lothar Müller und Klaus Scherpe, Bildpräsentation der »materialen Nachbarschaften« Max Wechslers von Elisabeth Wagner.

Europa in anderen Kulturen. Berlin, 2015

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Sebastian Conrad, Dan Diner, Wang Hui, Andreas Huyssen, William Kentridge, Jürgen Osterhammel, Gayatri Chakravorty Spivak, Elisabeth Wagner und Georg Witte.

Staatsbürgerschaft. Berlin, 2012

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Étienne Balibar, Norbert Lammert, Philip D. Murphy, Dieter Gosewinkel, Ayelet Shachar, Samantha Besson, Aaron Ezrahi, Moshe Zimmermann, Anja Streiter, Guillermo Kuitca, kommentiert von Elisabeth Wagner.

Korruption. Berlin, 2011

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit einer künstlerischen Recherche von Maria Eichhorn und mit Beiträgen von Stephan A. Jansen, Herfried Münkler, Ivan Krastev, Susan Rose-Ackerman, Johann Graf Lambsdorff, Gunter Gebauer, Ines Geipel und Wolfgang Schild.

VerWertungen von Vergangenheit. Berlin, 2009

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Elena Esposito, Harun Farocki, Andreas Huyssen, Anselm Kiefer, Christoph Ransmayr, Wendelin Schmidt-Dengler (†) und Elisabeth Wagner.

Odyssen. Berlin, 2008

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit Beiträgen von: Walter Burkert, Piero Boitani, Klaus Reichert, Friedrich Kittler, Elisabeth Wagner und Burkhardt Wolf.

Kontinent Kafka. Berlin, 2005

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Weitere Beiträge von: Walter H. Sokel, Elizabeth Boa, Gerhard Neumann, Detlef Kremer, Joseph Vogl, Klaus R. Scherpe, Benno Wagner, Elisabeth Wagner und Burkhardt Wolf

weiterlesen>