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Samstag, 25. Mai 2019 seit 1997 Sommersemester 2019
FOTOS: SPRACHEN DES POLITISCHEN IN KUNST UND LITERATUR

Nächster Vortrag

  • Juliane Rebentisch

    mit Ethel Matala de Mazza
    Ausstellungen des Politischen in der Kunst
    Donnerstag, 13.06.2019, 19 Uhr c.t.
    Unter den Linden 6, Senatssaal
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Archiv

Im Archiv werden die Programmhefte vergangener Serien aufgehoben!

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Bisherige Gäste

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Tagung zum 100. Geburtstag von George L. Mosse 6. – 9. Juni 2019

Zum Programm der Tagung

Aus Anlass des hundertsten Geburtstags von George L. Mosse werden sich vom 6. – 9. Juni 2019 drei Generationen von Historikern im Deutschen Historischen Museum in Berlin versammeln, um George Mosses nachhaltigen Einfluss auf die europäische und jüdische Geschichtsschreibung und die Geschichte der Genderstudien zu analysieren.

Historiker aus Deutschland, Israel und den USA werden in Berlin, der Stadt, in der George Mosse seine Kindheit verbrachte, zusammen kommen, um die aus seinen Forschungen sich ergebenden Fragen und Probleme zu diskutieren:

• Wie kann Gender als analytische Kategorie unsere Sicht auf Europa im 19. und 20. Jahrhundert modifizieren?
• Was sind die Grenzen des Liberalismus?
• Welche Rolle spielten rassistische Stereotypen in der politischen Kultur vor und nach 1945?
• Wie haben Historiker Mosses Analyse der Nazi-Ideologie für eine besseres Verständnis des Holocaust fruchtbar gemacht?

Sprachen des Politischen in Literatur und Kunst

Der Verlust an Vertrauen in die repräsentative Demokratie und ihre Institutionen und die multimedial wirksame Desinformation, befördert die Wunschvorstellung einer “Betätigungsdemokratie“ (Pierre Rosanvallon): Aktiv im Umgang mit ihren eigenen Widersprüchen und Konflikten, gemessen an den Ansprüchen von sozialer Gerechtigkeit und kultureller Identität. In Kunst und Literatur kommt, im Gegensatz zur Politik, das zur Sprache, was Wittgenstein einmal die „Umgebungen einer Handlungsweise“ genannt hat: Das ‚Politische‘ im Partikularen und Differenten, in den alltäglichen Wahrnehmungen und Verhaltensweisen. Individuelle Erlebnisse und Ereignisse finden Ausdruck in einer Bilder- und Körpersprache, mit der etwas Denkbares und Fühlbares angesprochen wird, das nicht oder noch nicht verfügbar ist. Die hier wirksam werdende Agenda erschöpft sich nicht in Kritik und Kompensation der vorherrschenden Realpolitik. Vielmehr sucht sie, jenseits des privilegierten Wissens, die Nähe zu den Alltagserfahrungen von Entfremdung und Diskriminierung und den hier wirksamen Gesten des Aufbegehrens und des Widerstands, wie George Didi-Huberman sie in Kunst und Photographie vorgestellt hat. In der gegenwärtigen Erinnerungs- und Erfahrungsliteratur, bei Édouard Louis zum Beispiel, wird das Schreiben selber zum Ort der Gewalt, das Lesen zur verstörenden Begegnung mit dem Unerträglichen und Unsagbaren. Interaktive Kunstexperimente im öffentlichen Raum – man denke an die immersiven Verfahren zur suggestiven Entgrenzung von historischen Ereignissen und politischen Auseinandersetzungen – provozieren eine Verunsicherung selbstverständlicher und selbstgewisser Überzeugungen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die im Kunstbetrieb selbst veranstalteten antikapitalistischen Investigationen und Interventionen, mit denen einer Dienstleistungsökonomie des Subjektiv-Kreativen entgegengewirkt werden soll (Maria Eichhorns Documenta-Projekte). Die seit Adorno im Zwiespalt von Kunstautonomie und fait social fortgeschriebene ästhetische Theorie gewinnt an aktueller Bedeutung, bei Juliane Rebentisch zum Beispiel, wenn sie sich mit den neueren Tendenzen und Techniken einer ‚Ästhetisierung der Politik‘ auseinandersetzt.

Die MOSSE-LECTURES an der Humboldt-Universität zu Berlin sind eine Veranstaltungsreihe der:

MOSSE FOUNDATION und der GERDA HENKEL STIFTUNG

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Publikationen

Werkstätten der Zukunft. Berlin, 2018

Hendrik Blumentrath, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit Beiträgen von: Aleida Assmann, Eva Horn, Bruno Latour, Thomas Lemke, Stefan M. Maul, Viktor Mayer-Schönberger, Kathrin Röggla und Joseph Vogl.

Mosse Almanach 2017. Berlin, 2017

Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Historisch nachgezeichnet wird die Berliner Mosse-Topographie, resümiert und dokumentiert wird die wissenschaftliche und öffentliche Tätigkeit der Mosse-Lectures mit über 170 Veranstaltungen in zwanzig Jahren.

Konversionen. Berlin, 2016

Ulrike Vedder, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Mit Originalbeiträgen von Sarah Stroumsa, Stefan Weidner, Christoph Peters, Klaus Briegleb, Thomas Macho, Eric Porath, Hans Joas und Stephen Greenblatt und einigen Abbildungen von James Turell.

Literarische Nachbarschaften. Berlin, 2016

Lothar Müller, Klaus R. Scherpe (Hrsg.)

Mit Originalbeiträgen von Brigitte Kronauer, Reinhard Jirgl, Lutz Seiler, Colm Toibin und Vladimir Sorokin, kommentiert von Lothar Müller und Klaus Scherpe, Bildpräsentation der »materialen Nachbarschaften« Max Wechslers von Elisabeth Wagner.

Europa in anderen Kulturen. Berlin, 2015

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Sebastian Conrad, Dan Diner, Wang Hui, Andreas Huyssen, William Kentridge, Jürgen Osterhammel, Gayatri Chakravorty Spivak, Elisabeth Wagner und Georg Witte.

Staatsbürgerschaft. Berlin, 2012

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Étienne Balibar, Norbert Lammert, Philip D. Murphy, Dieter Gosewinkel, Ayelet Shachar, Samantha Besson, Aaron Ezrahi, Moshe Zimmermann, Anja Streiter, Guillermo Kuitca, kommentiert von Elisabeth Wagner.

Korruption. Berlin, 2011

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit einer künstlerischen Recherche von Maria Eichhorn und mit Beiträgen von Stephan A. Jansen, Herfried Münkler, Ivan Krastev, Susan Rose-Ackerman, Johann Graf Lambsdorff, Gunter Gebauer, Ines Geipel und Wolfgang Schild.

VerWertungen von Vergangenheit. Berlin, 2009

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit Beiträgen von Elena Esposito, Harun Farocki, Andreas Huyssen, Anselm Kiefer, Christoph Ransmayr, Wendelin Schmidt-Dengler (†) und Elisabeth Wagner.

Odyssen. Berlin, 2008

Elisabeth Wagner, Burkhardt Wolf (Hrsg.)

Mit Beiträgen von: Walter Burkert, Piero Boitani, Klaus Reichert, Friedrich Kittler, Elisabeth Wagner und Burkhardt Wolf.

Kontinent Kafka. Berlin, 2005

Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.)

Weitere Beiträge von: Walter H. Sokel, Elizabeth Boa, Gerhard Neumann, Detlef Kremer, Joseph Vogl, Klaus R. Scherpe, Benno Wagner, Elisabeth Wagner und Burkhardt Wolf

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